Anzeiger für das Oberfreiamt, 15. November 2002      
Aus Spezi.-Chor wurde Gospel Friends
 
Der Gesang der Freiheit - klein, aber fein
 
Der Sinser Spezi.-Chor besteht seit 15 Jahren. Aus Anlass des Jubiläums gaben sich die Sängerinnen und Sänger einen neuen Namen: Gospel Friends. Was nicht heissen will, dass nur Gospels im Repertoire der Gruppe sind. Das bewiesen sie am Jubiläum vom letzten Samstag in der Pfarrkirche Oberrüti.
 
rico - Einen "etwas anderen" Ablauf der Liturgie erlebten die vielen Besucher am Samstagabend in der Kirche St. Rupert in Oberrüti. Ihr 15-jähriges Jubiläum feierten die Gospel Friends mit einem Gospel-Gottesdienst und einem anschliessenden kleinen Konzert mit weltlichem Gesang. Pfarrer Lorenz Baur war Zelebrant der stimmungsvollen Feier.
 
Aus dem Jugendchor entstanden
Präsident Jakob Sidler begrüsste die Anwesenden und ging in kurzen Worten auf die Entstehung des Chores ein. Der Spezi.-Chor entstand aus dem Jugendchor Sins man wollte mit der Umbenennung vom Image des Kinderchores wegkommen. Jakob "Jacomo" Sidler war vom Anfang an die treibende Kraft im Chor, der von Viktor Löffler geleitet wurde. Vor 10 Jahren übernahm dann Elisabeth Geissamnn aus Steinhausen die Leitung der 16 Sängerinnen und Sänger. Sie war es, die dem Chor die heutige Stilrichtung und Qualität "verpasste". Nach 15 Jahren war nun eine neue, zeitgemässe Namensgebung an der Reihe, die auch mit einem neuen, modernen Logo illustriert wird. Die Gospel Friends sind immer vermehrt an Gottesdiensten, Jubiläen, Firmenanlässen und Hochzeiten zu hören. Ein breit gestreutes Repertoire erlaubt es den zehn Frauen und sechs Männern die passenden  Melodien in die Herzen der Zuhörer zu bringen.
 
Stimmungsvoller Gospel-Gottesdienst
Mit "His name will shine" wurde zum Auftakt gleich Schönheit und Intensität des Gospels demonstriert und mit "Deep River" fortgesetzt. Doch auch die Gottesdienst- und Konzertbesucher wurden in den Gesang mit einbezogen. Zum Gloria sang man miteinander "Singt dem Herrn ein neues Lied", war durchaus auch auf den Gesang der Jubiläumsfeier umgemünzt werden konnte.
Valentin Stenz unterstützte die Lieder mit erklärenden Texsten und ging dabei in angenehm kurzer, aber prägnanter Weise auf die Geschichte des Gospels ein, die vor rund 250 Jahren in den Südstaaten der USA begann. Die aus Afrika verschleppten Sklaven bekundeten mit dieser Ausdrucksweise - den so genannten Negro-Sprirtuals - ihre Sehnsucht nach Freiheit. In Christus sahen sie mit der Zeit eine Figur, die ihnen den Weg dorthin weisen könnte. Damit fanden die Gospels mehr und mehr den Weg in die Kirche. Dort wurden die Gospels zuweilen auch "missbraucht" um versteckte Meldungen untereinander auszutauschen, zuweilen auch , um Fluchpläne mitzuteilen.
Auf alle diese Erklärungen folgte immer ein Gospel, den die Gospel Friends mit voller Innbrunst und echtem Herzblut von sich gaben. "Oh yes", "Swing low, sweet chariot", "Born Again" und "Elija Rock" demonstrierten eindrücklich das Können der kleinen Gesangsgruppe.
Mit weiteren vier Liedern ("Certainly Lord", "Lord, Lord, Lord", "Amazing Grace" und zum Schluss "Rejoice, o Judah") klang der Gottesdienst aus. Dazwischen sang der Chor mit der ganzen Gemeinde das "Vater unser" ebenfalls in Gospel-Manier. Bemerkenswert auch, dass sieben Mitglieder des Chors sich auch an Solo-Partien wagten und diese mit Bravour bestanden. Valentin Stenz baute ein Zitat von Martin Luther King, dem grossen Friedensführer der Schwarzen in Amerika, in die Schlussphase ein und gab dem Aufruf zu Frieden, Freiheit und Einigkeit einen würdigen Abschluss der geistlichen Feier.
 
"Ohrwürmer" als perfekte Zugaben
Das "weltliche" Konzert begann mit dem Karriereabschlusslied von ABBA "Thank you for the music", bei dem Dirigentin Elisabeth Geissmann - die den Chor während des ganzen Abends am Klavier begleitete - unter Beweis stellte, dass sie auch als Sängerin ein Vorbild für den Chor sein kann. Mit "The Rose" und "The Sound of Iona" fand das Konzert seine Fortsetzung. Die Gospel Friends bewiesen, dass sie auch auf diesem Sektor absolut bestehen können, auch wenn die Männerstimmen in dieser Stilrichtung etwas wenig zum Tragen kamen. "Goodnight Sweetheart" ward dann passender Abschluss eines stimmungsvollen Abends, der in perfekter Symbiose gestliches und weltliches Liedgut vereinte und von den Zuhörerinnen und Zuhörern hörbar Zustimmung fand und auch in verschiedenen Zugaben recht deutlich zum Ausdruck kam.
Mehr über die Gospel Friends erfahren Sie unter www.gospelfriends.ch

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