Anzeiger
für das Oberfreimat, 31. Oktober 2003
Die Gospel Friends in concert:
Eversmiling Liberty -
ausdruchsstarkes Rockoratorium
Sie hatten sich mit dem
Rockoratorium "Eversmiling Liberty" sehr viel vorgenommen,
die 19 Sängerinnen und Sänger um Dirigentin Elisabeth
Geissmann. Mit den beiden Konzerten vom letzten Wochenende
in Hünenberg und Mühlau bewiesen sie , zu was sie fähig
sind. Es war wunderschöner, moderner Gesang, getragen auch
von zwei hervorragenden Solisten.
rico - Der Ursprung der Gospel Friends geht auf das Jahr
1987 zurück, als lokaler Sinser Jugendchor. Vor 11 Jahren
übernahm Elisabeth Geissmann den Chor von Victor Loeffler.
Inzwischen hiess die Gruppe Spezi.-Chor und hatte sich
bereits sehr stark den Gospels zugewandt. Letztes Jahr,
anlässlich des 15-jährigen Bestehens, wurde der Chor in
Gospel Friends umbenannt. Alle Zwei Jahre seht ein
spezielles Programm an. Während es das letzte Mal die "Misa
Criolla" zusammen mit dem Kirchenchor Boswil - deren
Leiterin Elisabeth Geissmann ebenfalls ist - in Boswil und
Sins war, stand dieses Jahr das Rockoratorium der beiden
dänischen Komponisten Jens Johansen und Erling Kullberg auf
dem Programm.
Textlich lehn sich das 1990 im Jazz- Rock-Stiel
geschriebene "Eversmiling Liberty" an das im Sommer 1746
von Georg Friedrich Händel komponierte Oratorium "Judas
Maccabaeus" an. Der englische Dichter Thomas Morell hatte
seinerseits in der Barockzeit die Handlung aus dem 1. Buch
der Makkabäer im alten Testament entnommen.
Daraus geht hervor, dass Judas, der Makkabäer, zwischen 166
bis 161 v.Chr. die Israeliten im Kampf gegen die Feinde
angeführt hat.
Jedes der von den Gospel Friends vorgetragenen Stücke nahm
Bezug auf irgend eine Handlung in dieser Zeitspanne. Zum
besseren Verständnis wurden den Zuhörern Erklärungen zu
Beginn und während einer kleinen Pause abgegeben. so
beginnt denn das Oratorium als Ausdruck der Unterdrücktheit
des israelitischen Volkes und geht über in die Sehnsucht
nach Hilfe Gottes. Mit "Oh Father" bewies Caroline Spörri
hier zum ersten Mal, dass sie eine Aussergewöhnlich
ausdrucksstarke Altstimme besitzt, was sich wenig später
bei "Come, Eversmiling Liberty", dem von der Melodie her
bekanntesten Stück, das dem Oratorium auch den Namen gab,
fortsetzte. Dirk Jaeger als Tenorsolist stand dem nur wenig
nach. Seine schwierigen Interpretationen meisterte er mit
einer stupenden Sicherheit und sein Timbre war sowohl in
hohen, wie zeitweise in den für einen Tenor recht tiefen
Lagen, ausgezeichnet.
Die Gospel Friends, die dieses Konzert mit fünf Männer- und
14 Frauenstimmen bestritten, wollten dem natürlich nicht
nachstehen und trugen ihre 4-stimmigen Lieder und
Begleitrhythmen zu den Solis sehr sicher vor. Immerhin
waren es 22 gesangliche Herausforderungen, die das
Rockoratorium ihnen abverlangte.
So war es denn auch nicht verwunderlich, dass der Chor und
die Solisten nicht ohne Zugaben das Konzert beenden
konnten. Mit "judas Shall Set The Captive Free" und dem
Titelsong Come Eversmiling Liberty" wurde von der sehr
engagierten Leiterin Elisabeth Geissmann auch hier die
richtige Wahl getroffen.
Präsident Jacomo Sidler blieb es vorbehalten allen zu
danken. Den erwähnten Solisten, Jimmy Muff am Piano, Roger
Hürlimann an der Bass-Gitarre, Thomas Riechsteiner an den
Drums und Isabella Wild mit der Violine. Und ganz speziell
natürlich Elisabeth Geissmann, die den Chor optimal
motiviert hatte.
Mehr über die Gospel Friends erfahren Sie unter
www.gospelfriends.ch
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